Was am Rosenhügel wächst

Manche Arbeitstage sehen ein wenig anders aus. Oder sogar ganz anders. Einen Tag lang gab es für uns keine Laptops, keine Besprechungsräume und keine Teams-Calls. Stattdessen hatten wir Erde unter den Fingernägeln, einen Gartenschlauch in der Hand und Reihen von Tomaten, Melanzani, Zucchini und Salat vor uns.

Dieses Mal führte unser Social Day+ die Teams von Erste Social Banking, Erste Finance und der Time Bank zum Projekt Soziale Landwirtschaft am Rosenhügel, das vom Samariterbund Wien betrieben wird.

Es ist kaum zu glauben, dass dieser Ort noch zu Wien gehört. Umgeben von Gärten, Feldern und viel Grün verändert sich das Tempo sofort. Verkehr und Großstadtlärm rücken innerhalb weniger Sekunden in den Hintergrund. Wir entschleunigen, machen uns die Hände schmutzig und konzentrieren uns auf etwas sehr Einfaches und Greifbares: Dinge beim Wachsen zu unterstützen.

Und das fühlt sich gut an.

Doch am Rosenhügel wächst weit mehr als nur Gemüse.

Das Gelände ist Teil des Klinikums Hietzing und eng mit dessen kinder- und jugendpsychiatrischem Angebot verbunden. Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig im Rahmen therapeutischer Aktivitäten hierher, verbringen Zeit im Freien und arbeiten mit Pflanzen, Erde und der Natur. In diesem Umfeld wird Gärtnern zu mehr als nur Gartenarbeit. Es kann Struktur geben, Verantwortungsbewusstsein fördern, Sinneserfahrungen ermöglichen und neue Zugänge zur Umwelt schaffen.

Auf Einladung der Rothschild Foundation gestaltet der Samariterbund Wien einen Teil des Areals zu einem einzigartigen Ort, an dem Gesundheit, Natur und soziale Teilhabe zusammenkommen. Das Projekt verbindet soziale Landwirtschaft, Umweltbildung, gartentherapeutische Ansätze und Biodiversität mit einem ganz praktischen Ziel: dem Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln.

Das hier angebaute Obst und Gemüse wird direkt an die fünf Sozialmärkte (SOMA) des Samariterbund Wien in Favoriten, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus, Floridsdorf und Donaustadt geliefert. Darüber hinaus werden auch Einrichtungen unterstützt, die mit obdachlosen Menschen und Geflüchteten arbeiten. Damit trägt die Arbeit auf den Feldern dazu bei, Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und ältere Menschen mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Das Engagement geht jedoch über die Ernte am Rosenhügel hinaus. Der Samariterbund Wien arbeitet auch eng mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben zusammen, um überschüssiges Obst und Gemüse zu retten, das zwar noch vollkommen genießbar ist, aber nicht mehr verkauft werden kann. Statt im Müll zu landen, kommt es dort an, wo es gebraucht wird.

Für uns war dieser Tag eine Gelegenheit, auf einfache und unmittelbare Weise einen Beitrag zu leisten. Wir haben gegossen, gepflanzt, geerntet, den Boden bearbeitet und uns dabei ordentlich die Hände schmutzig gemacht. Wir konnten erleben, wo Lebensmittel herkommen, wie viel Arbeit in ihrem Anbau steckt und wie etwas so Alltägliches wie eine Tomate, eine Zucchini oder ein Salatkopf Teil einer viel größeren Geschichte werden kann.

Einer Geschichte über die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die Schaffung von Orten für Heilung und Wohlbefinden, die Wiederverbindung mit der Natur und den Aufbau einer nachhaltigeren und sozial inklusiveren Stadt.

Wir haben den Rosenhügel mit der Erkenntnis verlassen, dass es nicht immer kompliziert sein muss, etwas zu bewirken. Oft beginnt es damit, etwas zu pflanzen, sich darum zu kümmern und dafür zu sorgen, dass das, was wächst, bei den Menschen ankommt, die es am dringendsten brauchen.